Wirtschaftliche Beziehungen
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Deutsch türkische Fahne
(© picture-alliance/ dpa)
Die deutsch-türkischen Beziehungen haben eine lange, traditionell enge und freundschaftliche Geschichte. Dazu leisten die intensiven bilateralen Wirtschaftsbeziehungen einen wesentlichen Beitrag. In vielen Wirtschaftsbereichen ist Deutschland der wichtigste Wirtschaftspartner der Türkei. Das wird sich auch durch die aktuelle Krise nicht ändern.
In den letzten Jahren nahm das bilaterale Handelsvolumen in beide Richtungen weiterhin deutlich zu, blieb im Jahr 2008 jedoch aufgrund der Auswirkungen der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise mit einer minimalen Verringerung von 0,5 % mit 24,78 Mrd. EUR geringfügig unter dem Rekordwert des Jahres 2007 von insgesamt 24,91 Mrd. EUR. Die türkischen Exporte nach Deutschland erreichten im Jahr 2008 ein Volumen von 9,65 Mrd. Euro und die deutschen Exporte in die Türkei einen Wert von ca. 15,14 Mrd. Euro Im Zeitraum Januar-September 2009 verringerten sich die deutschen Exporte nach TUR um nahezu 31% auf 8,24 Mrd. EUR und die deutschen Importe aus TUR um 16,6% auf 6,21 Mrd. EUR. Damit fiel der Rückgang deutscher Ausfuhren in die Türkei stärker aus als der Rückgang deutscher Exporte weltweit (im 1. Halbjahr -23,5%). Besonders starken Anteil an den deutschen Warenausfuhren in die Türkei haben Maschinen, elektrotechnische Erzeugnisse sowie Kraftfahrzeuge und Zulieferteile für die Automobilindustrie. Zu den deutschen Importgütern aus der Türkei gehören vor allem Textilien/Lederartikel und Nahrungsmittel, aber zunehmend auch Kraftfahrzeuge und elektronische Erzeugnisse. Durch die Zunahme von Energieimporten aus RUS ist Deutschland seit 2006 nicht mehr der größte Importpartner der Türkei. Deutschland bleibt aber Exportpartner Nr. 1 und insgesamt wichtigster Handelspartner der TUR.
Die Türkei entwickelt sich für die internationale Geschäftswelt zunehmend zu einem attraktiven Absatz- und Investitionsstandort. Der türkische Markt mit rd. 71,5 Mio. potenziellen Konsumenten und einer jungen Bevölkerung bietet deutschen Firmen zahlreiche interessante Möglichkeiten des Engagements. Deutschland stellt die größte Zahl der ausländischen Firmen, die in TUR Direktinvestitionen getätigt haben. Die Zahl deutscher Unternehmen bzw. türkischer Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in TUR ist in den vergangenen Jahren auf knapp 4.000 gestiegen. Die Betätigungsfelder deutscher Unternehmen in der Türkei sind vielseitig: Sie reichen von der industriellen Erzeugung und dem Vertrieb sämtlicher Produkte bis zu Dienstleistungsangeboten aller Art sowie der Führung von Einzel- und Großhandelsbetrieben. Weltfirmen wie MAN, Siemens, Mercedes Benz, Bosch oder Bayer bauen ihre Präsenz in der Türkei Jahr um Jahr aus. Darüber hinaus wird die Türkei auch für Deutschland immer wichtiger als Energiekorridor (z.B. RWE-Beteiligung am Konsortium für den Bau der Nabucco-Pipeline). Das Engagement vieler deutscher Firmen in der Türkei ist langfristig angelegt. Sie vertrauen auf die Standortvorteile der Türkei, zu denen qualifizierte und motivierte Arbeitskräfte sowie die günstigen Verkehrswege zu den Absatzmärkten in Europa und Nahost gehören. Nicht zuletzt wirkt sich die Perspektive der EU-Mitgliedschaft günstig auf das Geschäfts- und Investitionsklima aus.
Deutschland und die Türkei haben ein Investitionsschutzabkommen (1962) und ein Doppelbesteuerungsabkommen (1985) abgeschlossen (zum DBA laufen Revisionsverhandlungen zwischen BMF und TUR Finanzministerium; das bestehende DBA wurde vom BMF zum 01.01.2011 gekündigt).
Deutschland steht beim Fremdenverkehr in die Türkei an erster Stelle. Im Jahr 2008 besuchten 4,42 Millionen deutsche Touristen die Türkei (ein Plus von 6,4 %). Im Zeitraum Januar bis Oktober 2009 beträgt die Anzahl der Touristen aus Deutschland 4,04 Mio. Personen.
Regelmäßige bilaterale Konsultationen erfolgen im Bereich wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie im Rahmen des 1994 wieder belebten Deutsch-Türkischen Kooperationsrates (DTKR) mit den 4 Arbeitsgruppen Industrie und Investitionen, Handel, Tourismus und (seit 2005) auch Forschung und Wissenschaft. Die 14. Sitzung des Deutsch-Türkischen Kooperationsrates hat am 24.-25. April 2008 in Ankara stattgefunden. Innerhalb der Arbeitsgruppe Industrie und Investition war der Energiesektor ein Schwerpunktthema. Die für den 13. und 14. Mai 2009 in Berlin geplante Tagung des DTKR wurde auf das Frühjahr 2010 verschoben.
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